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Kaum ist ein Hund im Haus, fühlt man den Erziehungsauftrag bleischwer über sich schweben. Wie bei einer Gewitterwolke am Julihimmel, so hat man das Gefühl, der Blitz würde zielsicher einschlagen, wenn der Welpe weiter an der Leine zieht…. oder aus dem Mülleimer klaut, oder nachts ins Bett kriecht, oder oder oder….. Man entwickelt sich zum Meinungsforschungsinstitut für Hundeschulen, betreibt ein haushaltsinternes Ranking in Sachen HundeERZIEHUNGSliteratur, verbringt Stunden vor dem PC um nach Lehrfilmen zu suchen und weitere Stunden, um die Rechercheergebnisse anzuwenden.

Bin ich nun der Leitwolf?

Oder lieber „gutes Herrchen, schlechtes Frauchen“ bzw. „gutes Frauchen, schlechtes Herrchen“ spielen? Liegt es am Futter, dass der Welpe weiterhin auf Schuhen und Telefonen kaut?

Wirkt mein Verbot wichtige Nutzgegenstände zu zerlegen deshalb, weil ich einen klugen und verständigen Hund habe, oder weil er eiskalt meine baldige Abwesenheit einkalkuliert?

Fragen über Fragen….. und dann ist da noch die Sache mit der Ausdauer: die Partei mit dem größeren Dickkopf gewinnt! Habe ich eine Chance? Manche behaupten Hunde sind wie Wölfe, wieder andere sagen: Das stimmt! Aber Wölfe sind ganz anders, als alle behaupten…

Ja, ein Hund zwingt zum Denken. Plötzlich denkt man über die eigenen Unzulänglichkeiten, den Wert von Gegenständen und den aktuellen zoologischen Forschungsstand nach. So kommt man vom optimistischen „Ich denke, also bin ich….“ zum bodenständigen „Ich weiß, dass ich nichts weiß….“

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