….. und warum? Sicherlich tauchen sofort Gedanken im Kopf auf wie: „Der arme Hund, sicher wurde er ausgesetzt!“ oder „Es ist Winter, der friert bestimmt.“ vielleicht auch „Das arme Tier!“

Nun dann will ich erzählen, was da wirklich los war:

Ist der Hausgenosse halbwegs intelligent, dann braucht er Beschäftigung. Damit meine ich keine 2-beinigen Mitbewohner, sondern unsere Diva auf 4 Pfoten. Isi zeigt mitunter recht deutlich, wenn ihr langweilig ist. Sie streift dann durch die Zimmer und testet die Haltbarkeit diverser Gegenstände und auch unsere Geduld. Oft kommt das nicht mehr vor, aber an manchen Tagen ist der Terminplan doch recht voll. Um nach oder vor einem hektischen Tag für Versöhnung/Wohlwollen zu sorgen, ist es hilfreich für Unterhaltung zu sorgen. Heute dachte ich mir, HEUTE ist der WURSTTAG.

Cockerspaniel wie Isi sollen mit einer ausgezeichneten Nase geadelt sein. Das Verfolgen von Spuren und Fährten sollte daher eine gute Unterhaltung für ihre Hundenase bieten. Also ab zum Kühlschrank, eine Wurst heraus holen, die Wurst an einen Faden binden und dann ab in den Wald. Im Wald hatte ich dann einen Hund und eine Wurst an jeweils einer Leine….kaum zu glauben wie schwer es ist, für Abstand zwischen beiden zu sorgen. Besitzer vorbildlich erzogener Hunde schütteln sicher schon jetzt mit dem Kopf. 🙂

Nun gut. Zuerst probierte ich es mit dem Kommando „Sitz!“. Meistens klappt das. Auch „Bleib!“ ist Isi bekannt…. sie entscheidet sich jedoch von Zeit zu Zeit meine Aufforderungen als HandlungsVORSCHLAG zu betrachten. Gute Vorschläge beachtet man, schlechte Vorschläge kommen zum einen Ohr hinein um zum anderen wieder hinaus zu verschwinden. Eine Wurst (die man wegen der Gewürze im Alltag nicht zu fressen bekommt) nur ANZUGUCKEN, ist für einen Hund der kulinarische Sünden liebt eindeutig ein gaaaaaaaaanz schlechter Vorschlag. Die Wurst zuckte vor Angst an ihrer Schnur und der Hund zog und zerrte an der Leine…. Was blieb mir anderes übrig, als meine Hundedame an einen Baum zu binden. An einen dicken und stabilen Baum!

Und damit schlage ich die Brücke zum Titelthema: Sitzt ein Hund im Wald und jault……

Kaum entfernte ich mich mit der Wurst an der Leine, winselte Isi mir ihr Unverständnis in den Rücken. Menschen sind Sadisten…..sie können mit einer an der Leine hinterher hüpfenden WURST durch den Wald spazieren und der Hund muss dabei zusehen. WÜRSTE sind zum ESSEN da!!!

Jaulende Hunde soll man bekanntlich nicht durch sofortiges Zurückkommen oder durch Aufmerksamkeit belohnen. Ich gebe zu, das ist schwer. Ich stiefelte also weiter mit meiner Wurst im Schlepptau, zog in Schlangenlinien eine Geruchsspur durch das Unterholz. Dann lies ich die Wurst liegen und marschierte zurück zu meiner Hundedame. Kaum vom Baum losgebunden legte sie sich mit gefühlten 100PS in die Leine. Hunde-Könner schütteln hier sicher wieder den Kopf. Wie eine schnaufende Dampfmaschine pflügte Isi nun mit ihrer Stöber-Hunde-Nase durch den Wald. Und es erfüllt mich mit Stolz, dass sie jedes Mal die Wurst gefunden hat! Getreu dem Motto: Wo eine Wurst ist, ist auch ein Weg!

Was würde ich nächstes Mal besser machen? Auf jeden Fall trägt Isi beim nächsten Mal ihr Geschirr und nicht das Halsband – ich höre sie in Gedanken immer noch schnaufen. Besser als ein Baum ist ein 2-Beiner, der die Supernase hält und ablenkt. Mehrmals habe ich erlebt, wie Isi nicht mit der Nase den Schlangenlinien der Spur folgte, sondern den kürzesten Weg zur Wurst wusste. Entweder hatte die Wurst so eine starke „Fahne“, oder Isi hat mich genau beobachtet und sich anschließend optisch orientiert…..

Dennoch kann ich den WURSTTAG nur empfehlen, ein zufriedener Hund döst jetzt friedlich vor sich hin.

 

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