Wir haben den liebsten Hund der Welt! Sie ist geduldig, friedfertig, soooo niedlich, schlau…. ABER ungeheuer verfressen. Cockerspaniel sind wandelnde Nahrungsvernichter. Dabei ist völlig egal ob es sich um gesunde, leckere oder müllnahe, eklige Dinge handelt. Hauptsache erstmal runterschlucken. Eventuell (nicht selten) muss es später wieder hochgewürgt werden, aber „was kümmert mich später„….denkt der Hund. Was „Hund“ aber genau weis:

A) Was lecker ist, wollen auch andere – da hört die Freundschaft auf.

B) Was nicht lecker ist, will mir erst recht gleich jemand aus der Schnauze nehmen, es muss wohl wervoll sein…

So entstehen für uns als akzeptierte Rudelmitglieder manchmal seltsame Situationen. So bin ich neulich meiner Hündin durchs Unterholz gefolgt um ihr (natürlich erfolglos) ein schimmeliges Stück Brot abzunehmen. WAS bitte macht ein schimmeliges BROT im Wald? Rennend würgte Isi den Ekelhappen hinunter und lief vorbei an einem wohlerzogenen Kleinhund, dessen Herrchen mich prompt fragte, ob mein Hund das öfter mache – so weglaufen. Das ist eine Frage der gleichen Kategorie wie: „Und, sehen sie schon lange Doppelbilder?“ oder „Denken sie öfter, dass Ihre tote Großmutter Ihnen Botschaften schickt?“ … da schwingt ein dezentes „Sie haben da was nicht im Griff! Wissen sie das eigentlich?“ mit. Um so ärgerlicher, wenn es auch noch stimmt.

Kaum hatte Isi ihr Stück Brot im Galopp vertilgt, kam sie auch schon wieder. War ja nichts mehr da zum wegnehmen. Nur wie das mit ehrlich ergaunertem Diebesgut nun mal so ist, es brachte kein dauerhaftes Glück. Ein paar hundert Meter weiter, wollte das Brot wieder retour in die Freiheit. Niemand der keinen Hund hat, kennt diesen peinlich berührten Hundeblick danach! Ein Blick der Gefühle transportiert wie „Verdammt, wie peinlich!“ Und „Ausgerechnet JETZT.“

Unser mittelgroßer kleiner Hund verhandelt mit anderen Hunden nicht über das Thema Essen. Einmal hatte ich meine Handtasche abgestellt. In Tüten sicher verpackt, transportierte diese Tasche neben zahlreichen anderen Dingen auch ein belegtes Brötchen. Das Brötchen war für später gedacht, deshalb war es mir im JETZT nicht geistig präsent. Kurzum, es kam ein doppelt so großer Hund vorbei. Es dauerte keine 2 Sekunden und der DoppeltGroß war wieder weg. Isi hatte mit einer zielsicheren Ohrfeige klargestellt zu wem die Tasche und damit der Inhalt gehört. Appetit spielt bei unserer Hündin offensichtlich eine wichtigere Rolle als Körpergröße oder Freundschaft.

Nun nutze ich schnell den tiefen Nachtschlaf unserer Hündin um erfolgreich unseren Kühlschrank zu plündern! 😀

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