Wer nicht dran glaubt, dass auch Tiere eine Persönlichkeit haben, hat entweder noch nie mit einem zusammen gelebt, oder mit sehr viel Anstrengung die Augen davor verschlossen. Unsere beiden Hunde zeigen recht deutlich ihre jeweilige Persönlichkeit…..

Es gibt Menschen, die meinen, dass Hunde wie kleine Kinder sind die nie erwachsen werden. Das sehe ich anders. Natürlich haben sie ein eigenes Weltbild, aber mir scheint ihre Logik in sich recht reif und oft auch durchaus „erwachsen“ zu sein.

Oft kennen sie uns erschreckend gut und wissen schon an der Art wie man geht oder schaut, was geplant ist. Sie sind Meister der Beobachtung und lernen oft sehr schnell durch Erfahrungen.

Ich brauche zB. nur darüber nachzudenken, Bujo die Ohren zu reinigen -ohne etwas zu tun- und er springt auf um sich in seinen Kennel zu verziehen. Unsere Isi dagegen weiß -ohne früh die Augen zu öffnen- ob das Wetter zum Gassi gehen taugt. Wenn es kalt und/oder nass ist (draußen, nicht drinnen), wird sich hartnäckig schlafend gestellt.

Sie treffen Entscheidungen bewusst und nehmen sich einen Moment Zeit zum überlegen: Ich soll kommen? Hm. Nö!

Besonders Isi ist sozial sehr sicher in ihren Entscheidungen….wenn sie einem Hund aus dem Weg geht, dann mache ich das schleunigst auch. Bujo dagegen ist eher der, der Polizist spielen will, deshalb überlegen wir oft für ihn, ob eine Hundebegegnung eine gute Idee ist. Er würde sonst wahrscheinlich auch bei einem rasenden Pitbull aus Prinzip im Weg stehen bleiben. Überhaupt habe ich oft das Gefühl, dass er viel „aus Prinzip“ tut, frei nach dem Motto „Wo kommen wir denn da hin, wenn ich nur wegen einer Dampfwalze mit defekten Bremsen heute NICHT die (Hunde-)Post lese?!“ Er ist eindeutig ein Routine-Tier, während Isi den frischen Wind neuer Erfahrungen zu lieben scheint. Sie liebt eher die Einstellung „Langweilen kann ich mich noch, wenn ich tot bin!“ Das macht sie manchmal zu einem sehr Impuls-gesteuerten Hund, den oft nur die Leine davon abgehalten hat, sich für ein Eichhörnchen vor’s nächstbeste Auto zu stürzen. Anders Bujo. Mit ihm mal eben schnell über eine Straße zu huschen ist nicht drin. Allein das „mal eben schnell“ findet er garnicht gut und bleibt wie in Zement gegossen stehen, bis er den Sinn der Aktion verstanden und mental den Stempel „passt schon“ drunter gesetzt hat. Da ist er ganz der Herr mit den grau melierten Schlappohren.

Auf der Hundewiese dagegen mutiert Bujo zum verspielten Welpen und springt durch die Gegend wie ein Schmetterling im Wind. So spontan wie sie sonst gerne ist, setzt Isi hier den Kontrast der Grand-Dame dagegen. Spielen würde sie nur -wenn überhaupt- mit einem Hund der ihr würdig erscheint und da ihre Ansprüche recht speziell sind, passiert das sehr sehr selten.

Es macht einfach jeden Tag Spass die beiden Weltbürger zu beobachten. Sie sind so viel mehr, als lapidar „nur Tier“. Aber ich bin mir sicher, jeder mit tierischem Kollegen daheim weiß das schon längst.

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