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Mit Zelt und Fahrrädern sind wir im Sommer 2014 auf dem Moselradweg von Metz bis Koblenz geradelt. Das sind ca. 300km durch wechselnde und zumeist wunderschöne Landschaft.

Unsere Cockerdame ist die gesamte Strecke mitgelaufen und ja, ihr geht es gut! 🙂

Vielleicht wundert sich der Ein oder Andere über diesen Zusatz, aber es war unglaublich wie viele unfreundliche Kommentare wir auf unserer Reise abbekommen haben, weil der Hund mitgelaufen ist.  Interessanter Weise kamen die unfreundlichen Kommentare immer von Menschen die entweder irgendwo saßen, oder in der Nähe ihres Autos oder Wohnmobiles standen. Nie kamen Anfeindungen von Wanderern oder Radreisenden. Ich habe in dieser Zeit viel über das Puzzelteil „Hund“ in userer Gesellschaft nachgedacht. Was würde ein freilebender Hund tun? Sicherlich würde er nicht den halben Tag auf dem Sofa verbringen oder die Straßenbahn nehmen um von A nach C zu kommen. Und nein, auch wenn es im Fernsehen anders aussieht, aber Kühe sind nicht lila. 😉

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Worauf wir bei unserer Reise großen Wert gelegt haben, damit auch Isi ihren Spaß hat, sind 3 Dinge:

Das WETTER, die PFOTEN und PAUSEN

Zum Wetter:

Hunde können nicht schwitzen. So unangenehm der eigene Schweiß manchmal ist, so praktisch ist diese „Selbstkühlung“. Hunde können ihre Körpertemperatur in erster Linie nur durch Hecheln, das Aufsuchen von Schatten/ kühlen Orten und das abkühlen im Wasser herunterregeln. Auch ist es wichtig darauf zu achten, dass der Untergrund (zB. Asphalt) für die Hundepfoten nicht zu heiß ist.

Wir hatten übrigens „Glück“ mit dem Wetter. Es war meist für August ungewöhnlich kühl und die Sonne hatte nicht jeden Tag Zeit für uns. Für „Sport mit Hund“ ein ideales Wetter! 🙂

Die Pfoten:

Oben auf dem Bild bin ich dabei zu sehen, wie ich Isi`s Pfoten kontrolliere und mit Melkfett einreibe. Wir haben regelmäßig die Ballen und die Zehenzwischenräume auf Verletzungen und Fremdkörper abgesucht. Das Melkfett hält die Ballen elastisch und verhindert Risse. Wir konnten so jeden Abend sehen, ob unser Hund noch „gut zu Fuß“ ist oder ob eine längere Pause nötig ist.  Zudem belastet Asphalt die Foten wesentlich stärker als natürlicher Boden.

Pausen:

An der Mosel kann man wunderbar hundgerechte Pausen machen: Buddeln, im Schatten dösen, im Fluss das Fell abkühlen….. so lässt sich ein Tag ganz einfach in viele schöne und kleinere Etappen unterteilen. Ein gesunder Hund hat keine Probleme mit längerem Laufen, solagen er sich nicht überhitzt oder über seine Grenzen gehen muss und gesund ernährt wird.

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Gestartet sind wir in Metz, nach Metz sind wir mit der Bahn gereist. Bahnfahren mit Fahrrad und Hund könnte ein eigenes Kapitel sein, ich halte es kurz: Radfahren mit Hund ist leichter!

So mussten wir für unseren Cockerspaniel eine „Kinderfahrkarte“ lösen, als Hund durfte sie jedoch die Sitze nicht berühren. Züge sind zudem oft ziemlich überfüllt, so dass es nichtmal auf dem Boden einen trittsicheren Platz gibt. Eine gemütliche Lösung war dann folgende:

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In METZ begann unsere Reise mit einem der wenigen wirklich warmen Tage. Zusammen mit dem überwiegend gepflasterten Untergrund ist das keine gute Vorraussetzung für eine hundegerechte Stadtbesichtigung. Deshalb haben wir uns nicht lange in dieser doch reizvollen Stadt aufgehalten. Die wunderschöne Flusslandschaft kurz nach Metz hat uns aber für den verknappten Stadtaufenthalt mehr als entschädigt!

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Viel Wasser – der Fluss ist breit und verzweigt, weite Wiesen und beeindruckende Wolkengebilde die im Laufe des Tages aufzogen sorgten für ein Gefühl von Freiheit und Weite. Zugunsten der Freiheit haben wir uns auch für eine einfache Kamera entschieden. Wir wollten nicht ständig über das Wohl unseres Fotoapparates nachdenken müssen. Gut genug um sich gerne an den Urlaub zu erinnern, sind die Bilder trotzdem. Die meisten Bilder habe ich nicht nachbearbeitet.

Von Metz bis zur deutschen Grenze verlief der Radweg oft abseits von Straßen. So hatten wir oft die Gelegenheit Isi frei neben uns laufen zu lassen. Es ist unheimlich schön so viel Lebensfreude gepackt in 12kg Cockermasse über Wiesen springen und sprinten zu sehen! Der Moselradweg verläuft meist auf beiden Seiten des Flusses. Wir haben jeden Tag die Etappen spontan geplant und die Moselseit danach ausgewählt, wo Radweg und Straße getrennt verlaufen. Die Campingplätze haben wir sozusagen im Vorbeifahren ausgewählt. Hat es uns gefallen, sind wir geblieben. Die schönste Campingplätze fanden wir im französischen Teil unserer Reise: viel Grün, viel Platz und gute Lage waren hier fast die Regel.

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Natürlich gab es auch auf deutscher Seite schöne Campingplätze, allerdings waren sie nicht ganz so leicht zu finden. Viele Campings auf deutscher Seite waren sehr groß, teilweise standen die zahlreichen Wohnwagen sozusagen Vorzelt an Vorzelt. Warum man mit einer kompletten Wohnzimmereinrichtung inkl. Kühlschrank, Herd und Fernseher auf einen Campingplatz zieht, wo man all das zu Hause gemütlicher haben kann, ist mir nicht ganz klar. Aber wer weis was wir in 20 Jahren machen… 😉

Ich liebe am Camping die Einfachheit. Man braucht so wenig um im Urlaub glücklich zu sein, was uns allerdings wichtig war: ein gutes und geräumiges Zelt, wasserdichte Radtaschen, gute Isomatten und beim nächsten Mal: keine Sommerschlafsäcke! Dafür war der Sommer dann doch zu kalt. Zu den täglichen Reiseritualen gehörten auch unser morgendlicher Kaffee + Croissant, das war immer eine wunderbare Motivation auch bei kühlem Wetter früh aus dem Schlafsack zu steigen. Die Erste die abends in unserem Zelt verschwand, war übrigens Isi.

Der Moselradweg ist – über eine längere Strecke betrachtet – unheimlich abwechslungsreich! Hinter Metz fährt man durch eine weite und ebene Landschaft, der Fluss ist breit und es könnte an manchen Stellen auch in Holland sein. 😉 Je weiter man in Richtung Deutschland fährt, desto enger wird das Flusstal und man erahnt langsam die Weinhänge. Vor und hinter Trier befindet man sich dann mitten im Weinanbaugebiet: Strausswirtschaften, Weinreben, der Fluss schlängelt sich in großen Kurven durch eine echte Urlaubslandschaft. Erst nahe Koblenz werden die bewirtschafteten Weinhänge seltener.

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Je nach dem wie viel Zeit man mitbringt, kann man rechts und links des Radweges viele Abstecher machen! Die Römer haben viele Spuren hinterlassen. So kann man in Trier nach römischen Rezepten essen gehen, man kann entlang der Mosel rekonstruierte Römervillen oder deren Fundamente besichtigen, es gibt viele wunderschöne Burgen zum Besuchen, tolle Fachwerkhäuser sind in vielen Städten zu finden, es gibt Weinfeste …. um nur Einiges zu nennen.

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In Trier gibt es besonders viele besondere Bauwerke zu bestaunen: so gibt es Gladiatorenkämpfe im Amphitheater…

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…. tolle Ausblicke nach Besteigung der Porta Nigra (das ging leider nur ohne Hund, schön war es trotzdem!)

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Tja und die Ide Isi als Statue zu fotografieren hatte lustige Konsequenzen: kurz nach dem das Bild mit mir und Isi entstand, kam ein koreanischer Tourist auf uns zu, der sich ebenfalls mit Hund auf Sockel vor der Porta Nigra fotografieren lassen wollte. Wir hatten nichts dagegen und haben alle viel gelacht!

Beeindruckend ist auch die Konstantin-Basilika. Und was man von vorne nicht ahnt: auf der Rückseite ist ein Bau völlig anderen Stils + Park angeschlossen!

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Wer noch mehr über Trier und seine Sehenswürdigkeiten erfahren möchte: http://www.trier-info.de/sehenswert-in-trier

In Trier stellten wir leider fest, dass Isi`s Hundegeschirr begann sie an der Brust zu scheuern. Es ist unglaublich schwer ein passendes Hundegeschirr zu finden! Die meisten Geschirre scheuern früher oder später an irgendeiner Stelle. So war es nach Ankunft auf dem Campingplatz in Trier eine unserer ersten Aufgaben: über die Römerbrücke laufen UND ein neues Hundegeschirr finden. Die erste Aufgabe war leicht, überraschender Weise fanden wir auch schnell einen Laden mit freundlicher Beratung und dem passenden Geschirr. Weil ich von dem kleinen Laden mit der herzlichen Eigentümerin so begeistert war, möchte ich ihn hier nennen: http://houseandhound.de

Das neue Hundegeschirr, welches für den Rest der Reise tolle Dienste leistete und tasächlich an keiner Stelle scheuerte, war ein Softgeschirr von Puppia. Für kleine bis mittelgroße Hunde ist es sehr gut geeignet: es trocknet schnell, ist weich und elastisch. Ob es lange hält, wir werden es sehen.

Neu eingekleidet, konnte die Reise bald weiter gehen. Zielsicher bewegten wir uns in Richtung Koblenz.

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Fazit der Reise: Es war wunderschön und ich würde sie jeder Zeit wiederholen!

 

 

 

 

 

 

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